Sprachwahl:

Nebelschütz stellt sich vor

Das Dorf Nebelschütz/Njebjelčicy liegt idyllisch gelegen zwischen grünen Wiesen, Feldern und kleinen Waldgebieten unweit der Lessingstadt Kamenz und der Stadt der Türme Bautzen/Budyšin. Der zweisprachige Ortsname Nebelschütz/Njebjelčicy lässt erkennen, hier leben zwei Nationalitäten, Sorben und Deutsche gemeinsam. Die Gemeinde Nebelschütz wird deshalb oft als das Tor zur sorbischsprachigen Oberlausitz bezeichnet. Als Symbol dafür steht das „Wendentor“. Es ist wunderschön restauriert und schmückt das Dorfzentrum von Nebelschütz. Der sorbische Ortsname der Gemeinde Njebjelčicy bedeutet übersetzt „Himmelsort“. Eine Bezeichnung, die die Gemeinde zu Recht trägt, denn sie liegt tatsächlich wie auf Wolken gebettet im sanften Hügelland Ostsachsens. Die klare Sicht auf die Lausitzer Bergkette und das nahe Zisterzienserkloster Sankt Marienstern sowie die schöne sanfte Landschaft haben schon viele berühmte Künstler in die Gemeinde Nebelschütz mit seinen Ortsteilen Wendischbaselitz, Piskowitz, Miltitz und Dürrwicknitz geführt.

Die Einwohner sind sehr heimatverbunden und pflegen mit Leidenschaft traditionelle Feste und sorbische Bräuche. Tief ist der christliche Glaube verwurzelt. Jedes Jahr am Ostersonntag verkünden die Männer auf festlich geschmückten Pferden die Osterbotschaft. Diese Osterprozession von Kirche zu Kirche ist für die Osterreiter (sorbisch: „křižerjo“) ein ernstes tiefes christliches Bekenntnis. Selbstverständlich werden sie vom Pfarrer begleitet und der Kantor stimmt traditionelle sorbisch religiöse Lobpreisungen an. Weit über die Felder und Ortschaften hinweg kann man diese wunderschönen Männerchoräle in der Frühlingsluft hören. Zu Familienwallfahrten und Fronleichnam kann man ebenfalls tief in den sorbisch katholischen Glauben und die sorbische Sprache Einblick nehmen. An diesen Tagen tragen viele Frauen und Mädchen ihre wunderschönen, kostbaren Trachten.

Liebevoll werden jahrhunderte alte katholische Wegekreuze und Hausaltäre gepflegt. Überall an Wegkreuzungen, Häusern und in Vorgärten kann man diese wunderschönen sorbisch- katholischen Symbole bewundern. Sie sind Zeugen der reichen Geschichte der wichtigsten mittelalterlichen Handelsstraße, der „via regia“, und ihrer Verbindung mit dem berühmten „Jacobuspilgerweg“. Beide verbanden Jahrhunderte lang direkt die Ortsteile Dürrwicknitz, Wendischbaselitz und Nebelschütz hin zum wunderschön restaurierten Zisterzienserkloster Sankt Marienstern. Es verwundert deshalb nicht, dass die Nebelschützer Kirche Sankt Martin nach den Bauplänen des berühmten Baumeisters der Dresdner Hofkirche gebaut wurde. Heute beherbergen das Pfarrhaus sowie zwei Jacobuspilgerherbergen, das Heldhaus in Nebelschütz und die 600 Jahre Alte Herberge in Dürrwicknitz,  traditionell Jacobuspilger auf dem wieder so aktuellen Weg.

Zu fröhlichen Festen, wie Maibaumwerfen, dem Gemeindefest, dem internationalen Folklorefest in Crostwitz und bei einem Besuch in einer sorbischen Töpferei im Ortsteil Dürrwicknitz kann man ebenfalls traditionelle Trachten, sorbische Sagen und Bräuche entdecken. Natürlich sind hier auch die berühmten sorbischen Ostereier zu finden. Jedes Jahr wird auf dem Ostereiermarkt in Bautzen das schönste sorbische Osterei prämiert. Selbstverständlich sind einige dieser Ostereierkünstler auch in Nebelschütz zu Hause und zeigen Besuchern gern diese wunderschöne alte sorbische Volkskunst.

Der Sinn für originelle Kunst und Kultur kennzeichnet die Mentalität der Nebelschützer. Im nahegelegenen, gefluteten Steinbruch im Ortsteil Miltitz sind kleine Steinskulpturen unter Wasser verborgen. Tauchtouristen können hier im wahrsten Sinne wie der sorbische Wassermann zu einer Besichtigung „abtauchen“. Natürlich können Besucher auch trockenen Fußes ringsherum, um die „Kunst unter Wasser“, auf dem gut eingerichteten Gelände des Steinbruchs „Krabatstein“, ganzjährig Bildhauerarbeiten internationaler renommierter Künstler bewundern, denn hier findet jedes Jahr im Herbst ein großes Bildhauersymposium statt. Es wird von den Einwohnern der Gemeinde Nebelschütz und dem Steinleicht e.V. mit großem Engagement veranstaltet. Namhafte Künstler aus  Deutschland, Polen, Holland, Österreich und sogar aus dem afrikanischen Land Benin waren hier bereits zu Gast, das Landartkunstprojekt „Njebjesa“ mit französischen und deutschen Künstlern, die internationale Jugendkunstwerkstatt und das archäologische Projekt „Auf den Spuren der Germanen“ in Zusammenarbeit mit dem Museum der Westlausitz haben sich durch diese künstlerischen Erfolge ebenfalls hier längerfristig etabliert und laden gemeinsam zu künstlerischen und geschichtlichen Entdeckertouren ein.

Die Umgebung von Nebelschütz bietet die Möglichkeit für viele erlebnisreiche Ausflüge. Besucher können ihre Autos getrost auf den öffentlichen Parkplätzen oder an den sehr gut geführten Pensionen und Ferienunterkünften stehen lassen. Rund um Nebelschütz gibt es zahlreiche gut ausgeschilderte Radwege. Rundwege wie der Archäologische Radweg, der Sorbische Impressionsradweg und natürlich der KRABAT-Radweg (eine 84 km lange Radrundreise auf den Zauberspuren des guten sorbischen Zauberers Krabat) verbinden ideal idyllische Ortschaften, malerische ruhige Landschaften und reizvolle Sehenswürdigkeiten. Kleine romantische Feld- und Wanderwege und natürlich der eingangs erwähnte Jacobuspilgerweg laden zum Wandern und Pilgern ein. Radfahrer finden hier Anschluss an die Fernradwege der Region wie die Sächsische Städteroute und den Frosch-Radweg. Dieser führt durch die einmalige Naturkulisse der Oberlausitz. Im Frühjahr finden rund um Nebelschütz und Kamenz zahlreiche professionelle Radrennen in Verbindung mit organisierten Familienradtouren statt.  

Deshalb sind die hier ansässigen Herbergen und Ferienwohnungen bestens auf Radler vorbereitet. Ihre Häuser sind vom Deutschen Tourismus Verband für ihren guten Service zertifiziert. Im Ortsteil  Dürrwicknitz gibt es neben weiteren Ferienpensionen auch eine ADFC-Radherberge, sie ist mit dem KRABAT-Gütesiegel ausgezeichnet und im Verbund „Oberlausitz per Rad“ vertreten. Auch für das leibliche Wohl der Gäste ist gesorgt. Direktvermarkter und Gastronomen haben sich unter dem Titel „Die Lausitz schmeckt“ Qualität auf die Fahnen geschrieben. Legendär sind die Lausitzer Fischwochen. Gesund sind der Lausitzer Leinölquark und die Sorbische Hochzeitssuppe.

Der Gast soll sich in Nebelschütz rundherum wohlfühlen, nach einem erlebnisreichen naturverbundenen Tag die erholsame Ruhe geniessen und am Abend die Himmelswölkchen und Sterne am klaren Himmel zählen. Vielleicht wird er im Schlaf von einem Engel geküsst.

Impressum und Datenschutz | Impresum a šškit datow
Partner: http://www.heldhaus.de | http://www.am-klosterwasser.de | http://www.krabatregion.de