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Nebelschützer Geschichte (Stawizny Njebjelčic)

Von den Anfängen bis zur 700 - Jahrfeier 2004

In diesem Jahr (2004) feiert Nebelschütz das 700 jährige Jubiläum seiner urkundlichen Ersterwähnung. Dieses Ereignis soll Anlass sein, sich mit der Geschichte dieses Dorfes zu beschäftigen.

Im Archiv des Zisterzienserinnenklosters St. Marienstern wird jene Urkunde unter der Nummer 55 aufbewahrt, in der uns erstmals der Ortsname Nebelschütz (und zwar in der Schreibweise: Nebilschicz) erwähnt wird. Anlass für die Ausstellung der Urkunde war der Verkauf des Dorfes Jauer an das Kloster St. Marienstern und als Zeugen wurden unter anderen die Herren(?) "Petrus et Sifridus de Nebilschicz" benannt. Sicher ist jedoch, dass die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Nebelschütz nicht den Beginn menschlicher Ansiedlung in dieser dörflichen Region dokumentiert. Im 19. Jahrhundert wurden in und um Nebelschütz Gefäße gefunden, welche bis in die Bronzezeit (1 300 v. Chr.) zurückreichen.Will man sich, trotz der relativ unsicheren Urkundenlage, den konkreten Anfängen der dörflichen An- und Besiedlung von Nebelschütz nähern, müssen die wissenschaftlichen Kriterien der Siedlungs-forschung (Ortflurkataloge sowie namenkundliche Unterlagen) heran-gezogen werden. Nebelschütz scheint nach seiner auch heute noch erkennbaren Flurform (Gelängeflur) eine Gründung im Rahmen des sorbisch-deutschen Landesausbaus (Ende des 12. Jh., Anfang des 13. Jh.) zu sein. Auch die Tatsache, dass es, wie noch dargestellt werden wird, mehrere Allodialgüter besaß, weist auf diesen Sachverhalt hin.

Innerhalb der namenkundlichen Forschung gibt es zwei Meinungen. J. G. Bönisch leitete 1824 den Ursprung des Namens Nebelschütz von njebjesa (er schreibt: Nebeßa), Himmel, ab und vertritt die Meinung, dass in der Flur Nebelschütz ein Heiligtum einer sorbischen Himmelsgöttin sowie ein Begräbnisplatz gewesen sein könnte. Dem gegenüber steht die moderne Forschung, die den Namen Nebelschütz aus dem altsorbischen Neběl´šici oder Neběl´čici ableitet. Eine weitere Möglichkeit wäre die Ableitung von Neběl´k, Nebělk, welches aus den Worten ne (hier als Negation) und běli "weiß" hergeleitet wird. Die gleiche Deutung wird übrigens auch für den Ortsnamen der Wüstung Nebelschitz (bei Bad Gottleuba) angenommen.

Wie gesagt, erstmals wird Nebelschütz 1304 erwähnt und zwar mit der Nennung von zwei Personen. Die Mariensterner Urkunde sagt jedoch nichts über die Größe und Umfang des Besitzes von Petrus und Sifridus de Nebilschicz aus. Wir wissen es nicht, ob die beiden Brüder waren und Nebelschütz gemeinsam besaßen oder jeder einen Anteil des Dorfes sein Eigen nannte. Es kann durchaus auch möglich sein, dass sie lediglich Stelleninhaber im Dorf gewesen sind. Mit Sicherheit kann anhand der Kenntnisse der Siedlungsgeschichte für die westliche Oberlausitz gesagt werden, dass Nebelschütz sich damals im Besitz der Herren von Kamenz befand und durch Vasallen, eben jenen von Nebelschütz, als Allodialbesitz bewirtschaftet wurde. Natürlich muss an dieser Stelle auf den Freiherren von Niebelschütz eingegangen werden, welcher 1994 hier im Ort war. Anhand des von ihm übersandten Stammbaumes und der weiteren Auskünfte kann nicht 100prozentig erschlossen werden, dass er der Nachkomme einer der Herren ist, welche urkundlich überliefert sind.

1331 wird in einer Mariensterner Urkunde "Guntherus de Nebelschicz" erwähnt. Auch von ihm wissen wir nichts Näheres. Im Zinsregister von St. Marienstern, welches vor 1374 angelegt wurde, wird Nebelschütz erwähnt. Durch diese Nachricht wissen wir, dass der Nebelschützer Allodialbesitz in fünf Anteile zersplittert war, welche unterschiedlich groß waren. Anhand der Formel: "1 Hufe Land = 1 Scheffel Korn (Roggen)" kann eine landwirtschaftlich bewirtschaftete Grundfläche von 238 ha in Nebelschütz errechnet werden, welche von 11 Stelleninhabern bewirtschaftet wurde.

Besitzer von Nebelschütz war zu dieser Zeit Tamme von Nebelschütz, der 1374 als Zeuge beim Verkauf des Dorfes Schönbach an St. Marienstern auftrat. Tamme von Nebelschütz ist übrigens der letzte urkundlich erwähnte Herr von Nebelschütz in unserer Region.

Die im Zinsregister verzeichneten Abgaben belegen den zu entrichtenden Kirchenzehnt. Die Abführung dieser kirchlichen Abgabe lässt nur den Schluss zu, dass das Kloster schon zur damaligen Zeit das Patronatsrecht über das Gotteshaus ausübte. Wann genau das Kloster dieses Recht erhielt, ist urkundlich nicht belegt.

Erstmals wird die Kirche von Nebelschütz am 11. April 1404 in einer Urkunde genannt, als ein Streit des Mügelner Pfarrers Johann Bleichmester, der einen Altar in der Kirche zu Nebelschütz besaß, betreffs seiner Einkünfte in Rom entschieden werden musste.

Bereits am 30. November 1426 kaufte die Mariensterner Äbtissin Eneda von Waldow ein/das(?) Gut in Nebelschütz von Heinrich III. von Kamenz. Eine genaue Angabe kann nicht gemacht werden.

Für die Ortsgeschichte ist hervorzuheben, dass die Sandmühle 1436 erstmals in einem Erbvergleich der Stadt Kamenz erwähnt wird.

Am 18. November 1438 nahm der böhmische König Albrecht die Vasallen des verstorbenen Borso von Kamenz zur Krone Böhmen auf und bestätigte diesen ihre Lehen und Rechte.In der darüber ausgestellten Urkunde wird als Besitzer von Nebelschütz der Kamenzer Ratsmann Peter Hensel erwähnt, der Nebelschütz von eben jenen Borso erhalten hatte. Einen genaueren Überblick, was Peter Hensel in Nebelschütz besessen hatte, wird durch eine Urkunde vom 30. März 1444 vermittelt. Peter Hensel hatte Geldnöte und verkaufte der Mariensterner Äbtissin 14 Schillinge, 5 Groschen Zinsen von vier freien Lehnhöfen in Nebelschütz. Ob er je das Geld zurückzahlen konnte bleibt ungewiss.

Sechzig Jahre später, nämlich 1503 ist Nebelschütz im Besitz des Hans von Metzrad auf Räckelwitz, der dem Kloster als Mitgift für seine Tochter, welche in den Konvent eingetreten war, einen Bauern, welcher 18 Groschen, 6 Hühner und 30 Eier Zins zu leisten hatte, überließ.

Spätestens im 1. Viertel des 16. Jahrhunderts ist dann das ganze Dorf Nebelschütz im Besitz des Klosters und sollte es bis Mitte des 19. Jahr-hunderts bleiben.

Aus dem 16. Jahrhundert sind uns kaum Nachrichten über Nebelschütz bekannt. Zwei der wenigen Ausnahmen sollen aufgeführt werden.

1561 kaufte der Rat von Kamenz den "Pfaffenberg" hinter Nebelschütz um 15 Taler, um die Hohe Straße auszubessern und zu erweitern. Das zweite Ereignis war der so genannte Bierkrieg zwischen Kamenz und Nebelschütz, der am 2. November 1587 stattfand. Über dessen Verlauf sind wir sehr gut informiert, da der Kamenzer Stadtschreiber Caspar Haberkorn ihn in seinen "Camentzer Annalen" ausführlich dokumentiert hat. Der Bierkrieg endete damit, dass die Stadt Kamenz dem Kloster St. Marienstern den angerichteten Schaden bezahlte. Obwohl so die Angelegenheit bereinigt wurde, stritt man sich noch fast 100 Jahre mit dem Kloster St. Marienstern wegen des Ausschenkens des Klosterbieres in Nebelschütz.

Erst 1683 wurde ein Vergleich geschlossen, in welchem festgelegt wurde, dass einzig und allein das Kloster das Recht hat sein Bier im Dorf zu verlegen. Damit waren zwar die großen Streitereien beendet, aber noch im Jahr 1723 wurde in Kamenz ein Nebelschützer Knecht 6 Tage gefangen gehalten, weil er in der Öffentlichkeit das Klosterbier rühmte und den Kamenzer Gerstensaft als "nicht trinkbar" bezeichnete.

Aus den Schilderungen des Bierkrieges wissen wir aber auch, dass bereits 1587 in Nebelschütz ein Schulmeister, der Name wird nicht überliefert, tätig war.

Wie sich Nebelschütz in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelte wissen wir nicht. Auch hier sind die Nachrichten sehr dürftig. Es gibt lediglich den Hinweis, das Nebelschütz sehr unter den Ereignissen des 30jährigen Krieges gelitten hat.

Genauere Nachrichten haben wir aus dem Jahr 1672. Im Mariensterner Archiv befindet sich ein Urbarium, in welchem die Abgaben der Untertanen des Klosters verzeichnet sind. Anhand dieser Zahlen können ebenfalls Rückschlüsse über die Besiedlung und Sozialstruktur des Dorfes Nebelschütz gezogen werden. So lebten damals in Nebelschütz 17 Bauern, 5 Gärtner sowie 2 Häusler.
Diese Anzahl von Stelleninhabern wird im Jahr 1685 in einem weiteren interessanten Dokument überliefert. Es handelt sich um das Dinggerichts-Buch des Klosters St. Marienstern, in dem unter anderem sämtliche Grundstücke nebst ihren Besitzern verzeichnet sind. Durch das Dinggericht-Buch wird weiterhin belegt, dass die Nebelschützer Stelleninhaber sich nach Kriepitz zum Dinggericht begeben mussten, also keinen eigenen Gerichtsbezirk innerhalb der Klosterherrschaft Marienstern bildeten. Eine Darstellung aller verhandelten Streitigkeiten auf dem Dinggericht von 1685 würde den Rahmen der Darstellung sprengen. Daher sollen nur einige Informationen folgen.

Interessant ist, dass weder der 1680 erwähnte Schulmeister Johann Petasch, noch ein Nachkomme von ihm, aufgeführt wird. Ausdrücklich wird aber das Schulhaus erwähnt. "Der Gemeine ist anbefohlen, des Schulmeisters Hauß in gutten Dache zuhalten undt zubeßern; damit Er trocken darinnen sitzen undt bleiben könne..." und "Dem Richter ist vorgehalten worden, daß Er zu Kirchen, Pfarr undt Schulhaußen, wenn was daran zubauen, auch seine Fuhren verrichten, undt sich deßen nicht entbrechen solle."

Am 11. Januar 1715 trat in der Besitzfolge der Sandmühle eine Änderung ein. Die Mühle, welche bis dahin im unveräußerlichen Besitz des Klosters St. Marienstern war, wurde von diesem an Peter Sandmüller in erbuntertäniges Eigen übergeben.

1739 brannte die alte Kirche, welche ihren Standort auf dem Friedhof des Dorfes hatte, ab. Wie hoch die Schäden tatsächlich waren, kann nicht genau gesagt werden. Sicher ist lediglich, dass ein Neubau erforderlich wurde. Dieser wurde in den Jahren 1740-1743 vollzogen. Bewusst als "Katholisches Bollwerk" gegenüber dem Luthertum erhielt sie einen neuen, ihren jetzigen Standort. Ihre pragmatische Bedeutung wurde vor allem durch die Gestaltung des Kirchturmes hervorgehoben, welcher mit drei, 40 Ellen hohen Kuppeln geziert war. Diese waren bis nach Kamenz zu sehen.

1744 erhielt die Kirche eine Glocke "in dedicata Sanctis. Venceslao et Procopio", welche der Glockengießer Weinhold aus Dresden goss.

Aus dem Jahr 1750 ist ein Einwohnerverzeichnis des Dorfes erhalten geblieben, welches hier ebenfalls vorgestellt werden soll. "Pflichtmässige Anzeige derer in denen Dörffern des Budißinischen Creysses unter die Kloster Mariensternschen Gerichten gehörig befind-lichen angesessenen Einwohner.

1764 wurde ein neues Schulhaus gebaut, welches der Nebelschützer Kaplan Peter Edmund Kretschmer 1839 mit den Worten: "einem alten hölzernen Gebäude" beschreibt.

1765 kam es zur Eingemeindung von Piskowitz in die Nebelschützer Pfarrei. Piskowitz hatte bis dahin zur Pfarrei Crostwitz gehört.

Von besonderem Wert ist die Tatsache, dass im Jahr 1769 die durch den Dreißigjährigen Krieg unterbrochene Tradition des Osterreitens wieder aufgenommen wurde.

1789 wurde das jetzige Pfarrhaus errichtet und die Kirche erhielt im gleichen Jahr eine weitere Glocke.

Die Ereignisse des Napoleonischen Krieges brachten, so eine kurze historische Nachricht, auch für die Nebelschützer Bevölkerung im Jahr 1812 große Beschwerungen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehren sich die Nachrichten über Nebelschütz, wobei manchmal Material zu finden ist, welches für den heutigen Betrachter eher kurios erscheint. So ließ der Sandmüller in der Camenzer Wochenschrift folgende Anzeige erscheinen: "Es sind in der Nacht v. 26. auf d. 27. April d. J. von meinen auf einem Wege gepflanzten Obstbäumen 2 Birn- und 2 Apfelbäume entwendet worden. Wer mir diesen Frevler anzeigt, dass ich ihn gerichtlich belangen kann, erhält 4 Thaler. Georg Sandmüller bei Nebelschütz."

1830 wurden die auf dem Kirchturm befindlichen und 40 Ellen hohen drei Kuppeln abgetragen und eine neue massive Kuppel, im Volksmund "Laterne" genannt, errichtet. Zwischen dem Kloster Marienstern und der Kirchgemeinde entstand ein Streit, wer die Kosten dafür zu tragen hätte, welcher 20 Jahre dauerte und damit endete, dass die Kirchgemeinde für die Kosten aufkommen musste.

Zur gleichen Zeit wurde auch in Nebelschütz eine entscheidende Neuerung in der Landwirtschaft eingeführt, nämlich die Kleebestellung.
Aus dem Jahr 1832 hat sich die Nachricht erhalten, dass "vor dem Weg zur Kirche" Hopfen angebaut wurde. Sie sind Zeugnis dafür, dass der Nebelschützer Pfarrer das Recht hatte Bier zu brauen. Diese Braugerechtigkeit wurde im gleichen Jahr aufgehoben.

Im folgenden Jahr, also 1833 erhielt die Kirche eine neue Orgel, errichtet durch den Orgelbauer Rennert aus Bautzen.

1836 brachte für die Einwohner des Dorfes Nebelschütz eines der wichtigsten Ereignisse in ihrer Geschichte. Ab dem 1. Januar gab es lt. Ablösungsrezess im Dorf keine erbuntertänigen Bauern, Gärtner und Häusler gegenüber dem Kloster St. Marienstern mehr. Die Dorfbevölkerung wurde in allen rechtlichen Angelegenheiten der städtischen Bevölkerung gleichgestellt. Seit diesem Tag waren auch keine Abgaben mehr an das Kloster zu liefern.

1839-1840 wurde durch den Kamenzer Mauermeister Freudenberg der Neubau eines Schulgebäudes in Angriff genommen. Anhand der noch erhalten gebliebenen Unterlagen weis man, dass die Vorgängerschule auf "der Seite der Pfarrei gegenüber" stand.

Um 1840 wurden auch in Nebelschütz und Umgebung durch die Einführung der künstlichen Düngung sowie die Anlegung von Drainagen bessere Erträge in der Feldwirtschaft erzielt.

1845 wurde die alte Kirchturmuhr nach Pulsnitz verkauft. In der dortigen St. Nicolaikirche schlägt sie noch heute den Pulsnitzern die Zeit an.
Im gleichen Jahr wurde erstmals eine Brücke über den Jauerbach errichtet.

Im Oktober des Jahres 1848 wurde in Nebelschütz erstmals ein Verein, nämlich der "Sorbischer Bauernverein Nebelschütz" ("Serbske burske towarstwo Njebjelčicy") gegründet.

In der Nacht vom 11. zum 12. November 1865 wurde fast ganz Nebelschütz durch einen Großbrand zerstört. Auch Wendischbaselitz war, so die Chronik des Klosters St. Marienstern, davon betroffen.

Eine weitere Vereinsgründung erfolgte 1870 durch Georg Robel, der einen Bienenzüchterverein Nebelschütz ins Leben rief.

Die Sandmühle, welche, wie oben berichtet, zu den ältesten urkundlich benannten Mühlen der Oberlausitz zählt, brannte am 4. September 1872 ab.

Im Februar 1881 begann Pfarrer Kubasch mit der Herausgabe des "Serbski Hospodar". Diese Zeitschrift zählte über 750 Abonnenten. Im gleichen Jahr erhielt die Kirche wieder eine neue Turmuhr und einen neuen Kreuzweg. Bemerkenswert an diesem ist die Tatsache, dass ihn zwei Dienstmägde für 120 Taler spendeten.

1882 wurden weitere Anschaffungen für das Gotteshaus getätigt. So kam aus Oberammergau eine Weihnachtskrippe neu zur Aufstellung und es wurde ein neues Ewiges Licht mit der Inschrift: "Sym hako Swětło do swěta přišoł, zo žadyn, kiž do mnje wěri, we ćěmnosćach njekhodźi sć. swj. Jana XII. 46. Porjedź. 1882." angeschafft. Pfarrer Kubasch bemerkte hierzu: "Ich denke, daß die Lampe für lange Zeiten eine Zierde der Kirche bleiben wird, wenn sie geschont und von Zeit zu Zeit mit weichem Rehleder abgeputzt wird."

1884 erhielt die Kirche einen neuen Taufstein, welcher aus dem Jahr 1785 stammte und bis zu diesem Zeitpunkt im Bautzener Dom stand.

Interessant ist die Volkszählung von 1885. In diesem Jahr lebten in 276 Einwohner. 237 Katholiken und 39 Protestanten. 249 waren sorbischer und 27 deutscher Nationalität.

Am 30. November 1888 gründete Pfarrer Kubasch, damals war er noch Kaplan, in Panschwitz einen sorbischen Bauernverein.

Der Pfarrer von Nebelschütz, Kanonikus Nikolaus Schmole feierte am 5. Mai 1889 sein 25 jähriges Pfarrjubiläum. Die Kirchgemeinde schenkte ihm, da er kaum noch gehen konnte einen Fahrstuhl sowie 2 Prozessionslaternen. Bereits am Vortag brachte ihm der Kirchenchor ein Ständchen dar und die Kinder veranstalteten einen Lampionumzug. Am Festtag selbst war das Dorf festlich mit Fahnen geschmückt und man feuerte, so die Nachricht, zu Ehren des Pfarrers Böllerschüsse ab.

Am 17. Juni 1889 wurde in Nebelschütz Jan Skala als Sohn eines Steinbrucharbeiters geboren. Jan Skala ist der bedeutendste sorbische Dichter, Journalist und Minderheitenpolitiker des 20. Jahrhunderts geworden.

1890 trat Pfarrer Kubasch endgültig sein Amt als Pfarrer der Gemeinde Nebelschütz an.

1892 wurde durch Pfarrer Kubasch aus der Kirche zu Hainsberg bei Aachen der Rokokoaltar erkauft und in Nebelschütz aufgerichtet.

Bereits am 13. November 1895 konnte Pfarrer Kubasch sein silbernes Priesterjubiläum feiern. Aus diesem Anlass schenkte er der Kirche einen neuen Tabernakel. Die Kirche besaß somit drei Tabernakel, jenes aus der alten Kirche, gefertigt 1739, das Tabernakel von 1744 sowie die Neuanschaffung.
Im folgenden Jahr begann dann Pfarrer Kubasch mit dem Bau seines Mausoleums.

1899 erhielt das Gotteshaus ein neues Altarbild, den hl. Martin darstellend. Gemalt hatte dieses die sächsische Prinzessin Mathilde. Dieses Altarbild wurde sofort zu einem beliebten Postkartenmotiv, zeigte es doch die besondere Zuwendung des Königshauses zu Nebelschütz.

Am 28. Februar 1900 trat der Jauerbach über seine Ufer und Nebelschütz wurde durch ein Hochwasser heimgesucht.

Zu Ostern des Jahres 1902 ereignete sich während des Osterreitens ein merkwürdiger Vorfall, welcher damals die Gemüter sehr erhitzte. Wegen des schlechten Wetters ritten die Ostroer Osterreiter nur bis Jauer und kehrten dann wieder um. Die Nebelschützer Osterreiter selbst legten die gesamte Strecke zurück.

Pfarrer Kubasch kam mit seiner Art nicht immer bei den Nebelschützern an. Es sind zahlreiche Äußerungen von ihm über die Bewohner erhalten geblieben. So schrieb er 1904 in seine Chronik: "In d. Welt ist vieles möglich, nur das eine nicht: daß die Nebelschützer mal zur Vernunft kommen u. Ruhe halten."
In seiner Chronik vermerkte Pfarrer Kubasch am 13. Februar 1906: "Ein gewisser Rölke aus Schönau erschlägt den hilflosen Schirack am Mahres Teich mit der Axt. Der Täter ist flüchtig." Nebelschütz wird so zum Ort eines Verbrechens.

Im gleichen Jahr beginnt man nach langen Verhandlungen mit dem Bau einer neuen Schule, da die alte den Anforderungen nicht mehr entspricht. Als diese am 3. Juni 1907 eingeweiht wird, kommt es zum Eklat. Über der Eingangstür befindet sich eine Tafel in sorbischer Sprache. Der Kamenzer Schulrat protestiert heftig dagegen, so dass eine zweite in deutscher Sprache angebracht werden muss. Der Kommentar von Pfarrer Kubasch: "Nun ist der Michel gerettet."

Das Jahr 1907 brachte für die Kirche in Nebelschütz bedeutsame Veränderungen. Sie wurde im Inneren grundlegend renoviert.

Am 12. Januar 1911 gründete man in Nebelschütz eine Freiwillige Feuerwehr.
1912 wurde eine neue Gaststätte mit Saal erbaut sowie in der Kirche eine neue Orgel errichtet. Zu dieser bemerkte Pfarrer Kubasch: "kann bei meinem Begräbnisse ein anstaendiges Requiem gespielt werden."

1913 kam es zur Gründung der "Katolska Bjesada".
Ebenfalls im gleichen Jahr begann eine Tradition, welche sich aber nur bis zum 28. November 1937 erhielt. Nebelschützer Musikanten spielten bei bestimmten Festlichkeiten auf der Brücke mitten des Dorfes auf.

Während des I. Weltkrieges, in welchen auch zahlreiche Männer des Dorfes ziehen mussten, wurde im Jahr 1916 die kleine Glocke der Kirche zu Kriegszwecken eingeschmolzen. Pfarrer Kubasch bemerkte hierzu: "Als Opfer d. Krieges wurde heute d. kleine Glocke (175 kg) herab genommen; geweiht war sie St. Procop u. Wenzeslaus, gegossen in Dresden 1744 von Weinhold. Die Wegnahme der größeren (350 kg) ist auf mein Ansinnen verschoben worden - i. d. übrigen Kirchen haben sie alle bis auf die Sanctus-Glocke genommen."

1923 erhielt dann die Kirche drei neue Glocken zur Ehren der Heiligen Maria, Joseph und Martin.

Am 16. März 1924 wurde in Nebelschütz eine Ortsgruppe des "Sokol" gegründet. Der Lehrer Philipp Jakubasch übernahm die Aufgaben des Vorsitzenden und Paul Scholze wurde Vorturner. Der Verein hatte bei seiner Gründung insgesamt 25 Mitglieder.

Im gleichen Jahr wurde der Friedhof der Gemeinde erweitert sowie die Friedhofsmauer errichtet.
Am 5. Juli 1926 kam es in Nebelschütz zu einem eigenartigen Wetterphänomen. Es hatte sich eine Windhose herausgebildet, welche das Gehöft von Nikolaus Sauer zerstörte.

1932 waren in der Nebelschützer drei Lehrer tätig, welche in vier Klassen den Unterricht erteilten.
Die Folgen des nationalsozialistischen Terrors gegen das sorbische Volk bekamen auch die Menschen von Nebelschütz zu spüren. Nicht nur, dass wiederum zahlreiche Männer in den Krieg ziehen mussten und viele gefallen sind bezeugt dieses, sondern auch die Zwangsversetzung des Pfarrers Mietsch traf große Teile der Bevölkerung. Die Nazis wollten erreichen, dass in den sorbischen Gemeinden die sorbische Sprache in der Öffentlichkeit und in den Gottesdiensten nicht mehr gesprochen und die sorbische Volkskultur vernichtet wird. Dieses Ziel wurde nicht erreicht. Der durch den Bischof Petrus Legge eingesetzte Administrator für Nebelschütz, P. Romuald Wagner OFM aus Schlesien setzte sich über manche Verbote hinweg und wurde mehrmals von der Gestapo verhört sowie verwarnt, weil er sich den Bedingungen der "Germanisierung" nicht beugte. Auch musste er eine Gefängnisstrafe von acht Tagen erleiden, weil er die Frauen von Nebelschütz ermutigte, weiterhin ihre sorbische Tracht zu tragen.

Der Einmarsch der russischen Armee im April 1945 war für manchen Einwohner von Nebelschütz als Befreiung aufgefasst worden, obwohl es immer wieder zu Übergriffen kam. Nebelschütz selbst litt kaum unter den Kampfhandlungen, lediglich eine Scheune wurde durch Granatenbeschuss teilweise zerstört. Die Zeit nach dem II. Weltkrieg war vor allem durch Not, Hunger und Kälte gekennzeichnet. So wurde unter anderen in den Protokollen des Gemeinderates folgende Mitteilung gemacht: "Die Kohlennot nimmt weiter zu u. wird dieses Jahr katastrofal. Die Bevölkerung bekommt dieses Jahr keine Kohlen mehr. ... In unserer Gemeinde sind 142 Haushalte. 112 Haushalte sind ohne Holz. Die Bauern werden gebeten die notleidende Bevölkerung mit etwas Holz zu versorgen." Der nach dem Krieg gebildete Gemeinderat hatte es wirklich nicht leicht. Das Protokoll überlieferte die Zusammensetzung des Nachkriegsgemeinderates: "Zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung wurde Jakob Kubitz u. als 1. Stellvertreter Josef Just u. als 2. Stellvertreter Nikolaus Sauer gewählt. Zum Gemeindevorstand wurde einstimmig der bisherige Vorstand Georg Ziesch gewählt. Als Stellvertreter wurde Johann Sauer einstimmig gewählt. Als Gemeinderat Mitglieder wurden Nikolaus Heiduschke u. Franz Günther gewählt. In den Wohnungsausschuß wurden Georg Pech, Paul Probst, Maria Buck u. Jakob Ziesche bestimmt, die bisher schon ihr Amt ausgeführt haben. Zum Flüchtlingsausschuss wurde Josef Bartylla, Erich Skatula u. Hedwig Schmidt bestimmt. Als Straßenmeister wurde Jakob Kubitz gewählt. Ein Gemeinde Schreiber als Beihilfe wird Probe Weise eingesetzt." heißt es im Protokoll. Nicht nur viele Probleme galt es zu lösen, ab und zu wurden auch kuriose Entscheidungen getroffen. So vermerkt das Protokoll 1947: "Polterabend wird als ein Unfug angesehen, da beim letzten Polterabend vieles geschehen ist. Deshalb wurde einstimmig beschlossen, daß diese Sitte abgeschafft wird."

Am 05. Juli 1952 erschien in der sorbischen FDJ-Zeitung "Chorhoj měra" das durch die Njebjelčanska trójka verfasste Lied: "Wjesoła młodźina".

In Nebelschütz wurde am 1. April 1953 die LPG Typ III gegründet. Aus den Gemeinderatsprotokollen weiß man, dass auf die Bauern großer Druck ausgeübt wurde, um sich dieser anzuschließen.
Am 8. November 1957 wurde die Sportgemeinschaft Nebelschütz gegründet. In der Zeit von 1957 - 1960 führte die SG Nebelschütz 108 Fußballspiele durch. Meistens wurde auf dem Hartplatz in Thonberg gespielt, da die Nebelschützer noch keinen eigenen Sportplatz hatten.

Dem wohl bedeutendsten Sohn Nebelschütz´s, Jan Skala, ehrten sorbische Studenten am 29.12.1957, indem sie am Geburtshaus eine Gedenktafel, finanziert aus eigenen Mitteln, anbringen ließen.

1960 bekam die Sportgemeinschaft Nebelschütz einen Sportplatz. Das Weideland von Sauer-Kokel, gelegen an der Straße nach Jesau wurde so aufgefüllt, dass ein Fußballplatz daraus entstand. Drei Jahre haben die Nebelschützer durch freiwillige Arbeit an diesem Vorhaben gearbeitet. Das erste Freundschaftsspiel auf dem neuen Sportplatz bestritt die SG Nebelschütz am 20.August 1960 gegen Thonberg mit 1:6. Kapitän der SG Nebelschütz war G. Liebsch.

1963 trat eine Verbesserung in der Gesundheitsfürsorge für die Nebelschützer ein. Eine Gemeindeschwesternstation wurde seiner Bestimmung übergeben.

1964 wurden unter großer Anteilnahme der Bevölkerung 4 neue Glocken in der Ehre der Heiligen Maria, Martin, Josef und Cäcilia geweiht.

Über 5 Jahre baute die Gemeinde Nebelschütz am heutigen Kindergarten "Jan Skala", dessen Eröffnung 1972 erfolgte.

Ebenfalls 1972 wurde zwischen der Sportgemeinschaft Rynoltice Fußballmannschaft "Stara garda" (Tschechien) und der SG Nebelschütz ein Partnerschaftsvertrag geschlossen.

1973 vergrößerte sich die Gemeinde Nebelschütz, denn Miltitz und Wendischbaselitz wurden im Rahmen der Gemeindegebietsreform eingemeindet.

Der Friedhof der Gemeinde Nebelschütz erhielt 1974 eine Totenhalle, welche durch den damaligen Ortspfarrer Dr. Horen eingesegnet wurde.

In der Zeit vom 24. Juni - 3. Juli 1977 feierte die SG Nebelschütz anlässlich seines 20jährigen Bestehens ein Gemeindefest.

Im Mai 1978 begann der Bau des ersten Gebäudes der Reihenhaussiedlung, welche in den Sommermonaten des Jahres 1981 fertig gestellt war.

1979 wurde das auch heute noch bei den Kindern des Ortes beliebte Planschbecken durch die LPG errichtet. Dieses Becken war ein konkreter Beitrag zum UN-Jahr des Kindes. Die Initiative ging von Herrn Marek aus.

1981 wurde der Grundstein zur Errichtung der Sauenzuchtanlage gelegt und im Januar 1984 erfolgte deren Erstbelegung.

Die Zeit um 1980 war auch in Nebelschütz durch die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in der ehemaligen DDR geprägt. Einige Berichte an den damaligen Rat des Kreises Kamenz belegen dieses deutlich. So hieß es unter anderem: "Mit der Versorgung von Fleischwaren ist die Bevölkerung nicht zufriedengestellt. ...wie können Einsätze stattfinden, ohne jegliches Baumaterial. …Von Seiten der Bürger wurde in der letzten Zeit kritisiert, warum stehen in den Verkaufsstellen kein Tafelöl, Spirituosen und andere Nahrungsmittel im Angebot. …Zur Initiative "Mach mit Wettbewerb" kann gesagt werden, daß verschiedene Arbeiten nicht zur Durchführung kommen, da es an Baumaterial mangelt."

Seinen ersten größeren sportlichen Erfolg konnte die Fußballmannschaft von Nebelschütz in der Spielzeit 1987/1988 verzeichnen. Sie wurden Kreismeister.

Zur schlimmsten Einschätzung durch die Behörden über unseren Ort kam es 1988. Es wurde amtlich festgestellt, dass Nebelschütz: "eine vorerst heruntergewirtschaftete Gemeinde" sei. Kein Wunder, dass die Bevölkerung der Gemeinde die Ereignisse der "Wende" nicht nur begrüßten, sondern auch aktiv an ihr teilnahmen.

Am 17. Juni 1989 würdigte die Gemeinde Jan Skala durch die Errichtung und Einweihung seines Denkmals im Eingangsbereich des Kindergartens.

Bereits im Dezember 1989 bekundeten zahlreiche Bürger in einer Unterschriftenaktion ihren Willen zur Wiedervereinigung Deutschlands. Im Jahr 1989 gelang der SG Nebelschütz der Aufstieg der 1. Männermannschaft in die Bezirksklasse.

1990 kam es zur Schließung der Gemeindeschwesternstation in Nebelschütz, welche sich im Sportlerheim befand.

Im gleichen Jahr wurden bei den ersten wirklich freien Wahlen 12 Gemeinderäte gewählt. Mit Thomas Zschornak, damals 26 Jahre, wählten sich die Nebelschützer Bürger einen der damals jüngsten Bürgermeister im wieder errichteten Freistaat Sachsen. Weiterhin belebte die CDU-Ortsgruppe den Brauch des Maibaumstellens und des Werfens wieder.
1994 übernahm die Jugend die Verantwortung für diese Brauchtumspflege. Der Tag der "Deutschen Einheit" 1990 wurde in Nebelschütz mit einem Festgottesdienst feierlich begangen. Mittags läuteten die Glocken und der Tag klang mit einer Tanzveranstaltung aus.
1991 entstand, vermittelt durch Claude Touvenot der erste Kontakt für eine Partnerschaft mit der Gemeinde Colombey les belle (Frankreich), Region Toul (Department Muerthe et Mossele) in der Nähe von Nancy.
1991 wurde für Nebelschütz ein Jahr wichtiger Entscheidungen. Erfolgreich wehrten sich die Bürger gegen die Errichtung einer 30 Meter hohen Hochmülldeponie und bewiesen durch vielfältige Formen, wie Unterschriftenaktionen, der 1tägigen Blockade der Zufahrtsstraße sowie der Anfertigung von Plakaten ihren Willen zum Schutz ihres natürlichen Umfeldes. Die in der Nebelschützer Flur geplante Großbrauerei wurde im gleichen Jahr durch das Amt für Regionalplanung abgelehnt.
Am 12. Oktober 1991 wurde in Nebelschütz das Christlich - Soziale Bildungswerk (CSB) gegründet.
Gleichfalls 1991 wurde endlich der Rasenfußballplatz fertiggestellt und den Sportlern der SG Nebelschütz übergeben. Einen besonderen Anteil an der Fertigstellung hatte der langjährige Präsident der Sportgemeinschaft, Herr Christian Rietschel.
1992 konnte endlich die neu gebaute Hauptstraße in Nebelschütz ihrer Bestimmung übergeben werden. Der Straßenbelag wurde erneuert, sämtliche Kabel und Rohre (Erdgasleitung und Wasserversorgung) wurden unterhalb der Straßendecke neu verlegt und die Fußstege neu angelegt.
Mit Beendigung des Schuljahres 1991/1992 endet die jahrhunderte alte Tradition der Schule in Nebelschütz. Die Kinder besuchen ab dem Schuljahr 1992/1993 die Schule in Räckelwitz. Wohl kaum einer konnte ahnen, dass mit dem am 28. August 1992 begonnenen Internationalen Dorffest unter Teilnahme von Gästen aus Tschechien, Bosnien und Frankreich sich eine neue Tradition innerhalb der Gemeinde Nebelschütz herausbildete.

Auch für den Naturschutz engagierten sich die Nebelschützer. 1992 kam es zum Aufbau des Storchennestes, welches 2002 an seinen jetzigen Standort umgesetzt wurde.

Im Jahr 1993 wurde das jetzige Gemeindewappen (entworfen durch den in Nebelschütz geborenen Künstler Jan Hansky) bestätigt und angenommen.

Im gleichen Jahr wurde das "Alte Gemeindehaus" abgerissen, der Kindergarten und die Pfarrkirche St. Martin renoviert. Außerdem kam es zum Verkauf des Schulgebäudes.
Ebenfalls 1993 begannen die Bauarbeiten am Handwerkerpark, in dem sich bis 2005 die Gemeindeverwaltung befand.
Für das Ortsbild selbst kam es zu einer Verschönerung, da die Gemeinde den Ausbau des Festplatzes vornahm. Dieser befindet sich jetzt an der Stelle, an welcher sich bis zum damaligen Zeitpunkt Schrebergärten befanden.

Am 1. Januar 1994 vergrößerte sich die Gemeinde Nebelschütz, da der Ortsteil Piskowitz im Rahmen der freiwilligen Gebietsänderungen von Rosenthal nach Nebelschütz eingemeindet wurde.
Im gleichen Jahr erhielt der Turm der Kirche einen neuen Glockenstuhl.

Am 1. Juli des Jahres übernahm das CSB die Trägerschaft des Kindergartens. In diesem Jahr wurde auch die Verbindungsstraße von Miltitz nach Nebelschütz ausgebaut und mit 450 Linden bepflanzt.
Von großer Hoffnung für zukünftige Arbeitsplätze in unserer Region war die Einweihung des Megalith-Ziegelwerkes am 26. August 1994 geprägt. Die Produktion wurde 2002 eingestellt.
1995 entstand unterhalb der Pfarrscheune ein Parkplatz. Das Grundstück hierzu wurde durch die Kirchgemeinde zur Verfügung gestellt, den Ausbau besorgte die Gemeinde.

Seit Juni 2004 befindet sich auf diesem ein Europadenkmal, welches junge Künstler aus mehreren Ländern gestalteten.

1996 wurde ein neues Schlachthaus in der Sauenzuchtanlage fertig gestellt, wodurch sich die Versorgung der Bevölkerung ver-besserte.

Ebenfalls 1996 fanden zwei denkwürdige kirchliche Feiern statt. Der Kirchenchor konnte auf sein 50jähriges Bestehen dankbar zurück schauen und Měrćin Deleńk feierte in der Kirche seines Heimatortes seine feierliche Primiz.

1997 schloss die Gemeinde Nebelschütz mit der Stadt Namysłow (Polen), vertreten durch den damaligen Bürgermeister Adam Maciag, einen Partnerschaftsvertrag.
Weiterhin erwarb die Gemeinde das Grundstück des Heldhauses. Das Heldhaus wurde in den Folgejahren als Jugend- und Pilgerherberge umgebaut.

Das VI. Internationale Gemeindefest 1997 wurde gemeinsam mit der SG Nebelschütz anlässlich dessen 40jährigen Bestehen in der Zeit vom 11.-13. Juli gefeiert.
Die Friedhofshalle wurde im gleichen Jahr grundlegend saniert und umgestaltet. Die Gedenktafeln für die Gefallenen des II. Weltkrieges wurde im Jahr 2000 angebracht. Erinnert werden muss an dieser Stelle auch an das 1997 gefeierte St.-Martins-Jahr. Ein Bestandteil war eine große Spendenaktion der Nebelschützer zu Gunsten der Hochwasseropfer in Tschechien und Polen. Ebenfalls 1997 begannen die Vorarbeiten für den Bau der Autobahnverbindung Ruhland - Burkau. Vorgesehen war, dass die Strecke in unmittelbarer Nähe am Ort vorbeiführt, was zu großen Beeinträchtigungen für die Bewohner geführt hätte. Die Gemeinde reichte auf eigene Kosten ein Gegengutachten ein, welches eine geänderte und für die Einwohner sowie Natur erträglichere Lösung anbot und die letzten Endes Grundlage für die jetzige Streckenführung wurde. Bemerkenswert an der neuen Straße ist unter anderem die Tatsache, dass auch eine Radbrücke errichtet werden wird, welche die Möglichkeit der touristischen Radverbindung zwischen Kamenz und Nebelschütz aufrechterhält.

1998 wurde die Jan-Skala-Straße umgebaut und den heutigen Bedürfnissen angepasst.
Anfang April 2000 wurde der Nebelschützer Heimat- und Kulturverein e.V. gegründet.
In Hlučin (Tschechien) wurde am 27. August 2000 zwischen der Gemeinde Nebelschütz, vertreten durch den Bürgermeister Thomas Zschornak und dem Bürgermeister aus Hlučin, Petr Adamec ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet.

Im November 2000 konnte dann nach 5monatiger Bauzeit die Nebelschützer Hauptstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Am 14. Juli 2002 fand die Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages mit der Gemeinde Ladánybene (Ungarn), vertreten durch den Bürgermeister Sándor Rácz, statt. Die Unterzeichnung war Bestandteil des XI. Internationalen Gemeindefestes, welches auch als I. Krabatfest gefeiert wurde. Bei diesem Fest kam es dann auch zum Anstich des "Krabat-Trunkes" durch den Präsidenten des Sächsischen Landtages Erich Iltgen.
In diesem Jahr wurde auch mit der Aufbewahrung und Wiederverwertung alter, zum Teil historischer Baumaterialien durch den Bauhof der Gemeinde begonnen.
Ein Ereignis der besonderen Art war ohne Zweifel die Durchführung des I. Internationalen Kunstwerkstatt in Nebelschütz. Junge Künstler aus mehreren Ländern wandelten auf den Spuren Krabats. Die Ergebnisse konnten während des Gemeindefestes bewundert werden.
Der historische Schulweg von Piskowitz nach Nebelschütz, welcher umfangreich renoviert wurde, kann seit diesem Jahr wieder begangen werden. Als erste taten dieses die Gemeinderäte gemeinsam mit dem Bürgermeister.

Im Jahr 2003 wurde vor dem offiziellen Weiterbau der Südumfahrung Kamenz zur A3 in die Planungen des Straßenbauamtes Meißen auch das Landessamt für Archäologie und Vorgeschichte einbezogen. Man fand auf der Miltitzer Flur Überreste eines so genannten "offenen Dorfes", welches in der Oberlausitz nur selten zu finden ist.

Im gleichen Jahr trat eine Veränderungssperre bei geplanten Um- und Ausbauten in Kraft. Damit soll die ortstypische Architektur und Bauweise nicht nur erhalten, sondern auch weiterhin gefördert werden.
Das Jahr 2004 steht im Zeichen des 700jährigen Jubiläums der Gemeinde. Höhepunkt war zweifellos das XIII. Internationale Gemeindefest. Tausende von Besuchern nahmen gemeinsam mit unseren Gästen aus Frankreich, Tschechien, Polen und Ungarn daran teil. In der Zeit vom 28. April bis zum 10. Mai wurde in Nebelschütz eine Internationale Jugend- und Kulturwerkstatt durchgeführt. Junge Künstler aus Tschechien, Polen, Ungarn, Deutschland und Österreich setzten ihre Erlebnisse des Aufenthaltes in unserer Gemeinde künstlerisch um. Die ausgestellten Arbeiten waren ein Besuchermagnet während des Gemeindefestes.
Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2004 war die Einweihung der "Bjesada", welche am 7. Juni dieses Jahres durch Herrn Bischof Reinelt im Beisein von Prof. Georg Milbradt, dem Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, erfolgte. Der 115. Geburtstag von Jan Skala war Anlass für eine bewegende Gedenkveranstaltung vor dem Denkmal Skalas am Kindergarten. Gäste waren unter anderem Jan Nuck, Vorsitzender der Domowina sowie Petra Kockert, Landrätin.

Zum 27. Juni 2004 wurden die umgebauten Gebäude am Sportplatz offiziell übergeben und durch Pfarrer Michael Bresan geweiht. Nebelschütz besitzt nun ein kulturelles Zentrum, in dem sich neben dem Jugendclub, auch ein Friseursalon, ein Lebensmittelladen, ein großer Seminarraum und weitere Räumlichkeiten befinden. Die Schlüssel erhielten symbolisch Frau Kubasch für den Jugendclub, Herr Wuschansky für die Feuerwehr sowie Herr Delenk für den Sportverein.
Für viele fast unbemerkt erfolgte in diesem Jahr die Abwasserüberleitung in die Kläranlage nach Deutschbaselitz, was letzten Endes zu einer weiteren verbesserten ökologischen Situation in der Gemeinde führte.

Viele Ereignisse, gerade der letzten Jahre konnten hier nicht erwähnt werden. Die hier zusammengefassten Ereignisse erheben daher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier vorgelegte Chronik will sich auch nur als eine Anregung zur intensiven Bearbeitung und Aneignung unserer Dorfgeschichte verstehen.

(Verfasser: Matthias Knobloch, 2004)

Quellen zur Geschichte von Nebelschütz

Zehntregister von Nebelschütz, vor 1374 (Archiv St. Marienstern)
Schreiben der Äbtissin von St. Marienstern wegen des Bierkrieges 1587. (Stadtarchiv Kamenz)
Urbarium (Abgabenverzeichnis) des Klosters St. Marienstern von 1672. (Archiv St. Marienstern)
Dinggerichtsbuch des Klosters St. Marienstern von 1685 (Archiv St. Marienstern)
Kauffbriefe zu NebelschützStellenverzeichnis von Nebelschütz von 1750 (Archiv St. Marienstern)
Bericht von Pfarrer Kubasch über die Kirchenrenovierung 1907 (Pfarrarchiv Nebelschütz)
Adreß-Buch für den amtshauptmannschaftlichen Bezirk Kamenz i. Sa.Ausgabe 1910 Nebelschütz

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