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Vogelhochzeit (Ptači kwas)

Ein beliebter sorbischer Brauch im Gebiet zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda ist die Vogelhochzeit. Die Elster ist Braut und der Rabe der Bräutigam. Alljährlich am 25. Januar morgens werden Kinder, die zuvor einen Teller auf das Fensterbrett oder vor die Tür gestellt haben, von den Vögeln, die an diesem Tage Hochzeit feiern, beschenkt. Auf dem Teller liegen allerlei Süßigkeiten. Die mit besonderem Geschick vom Dorfbäcker hergestellten Vögel aus Milchbrötchenteig mit Zuckerguss und Sultaninenaugen versehen, "sroki" (dt. Elstern), dürfen auf keinen Fall fehlen.

Quelle: "Sorbische Bräuche" vom Domowina-Verlag Bautzen (1992)

Auch die Kinder im Nebelschützer Kindergarten feiern jährlich die Vogelhochzeit.

Bis 1992 zog sich die Braut ein weißes Kleid an. Sie hatte einen Schleier und im Haar ein Kränzel.

Seit 1993 ist die kleine Hochzeitsgesellschaft in der Tracht der katholischen Sorben.

Wie bei einer echten Hochzeit führt der Hochzeitsbitter - im schwarzen Anzug mit Stock und Zylinder - den Zug an. An der Spitze gehen Braut und Bräutigam, danach zwei Patinnen und die Brautjungfern. Ihnen folgen die Hochzeitsgäste.
In fröhlicher Stimmung ziehen sie nach einem gemeinsamen Frühstück im Kindergarten in die Bjesada. Für alle erschienenen Gäste wird von den Kindern ein buntes Programm vorgestellt. Danach ziehen die Kinder durch das Dorf, bedanken sich dabei auch bei ihren Ankleidefrauen und allen, die ihnen bei den Vorbereitungen dieses Festes geholfen haben.

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